13. September 2025, 19.30 Uhr

Festhalle Willisau

Türöffnung: 17. 00 Uhr

Verpflegung: 17.15 Uhr bis 19.15 Uhr (Stroganoff, Reis, Gemüse)

 

Bereits zum fünften Mal findet am Samstag 13. September das von den Männerstimmen Willisau organisierte Chorfestival statt. Ein bunter Mix von sieben Chören aus dem Kanton Luzern wird sich im Rahmen eines unterhaltsamen Abends dem Publikum präsentieren und für eine vergnügliche Stimmung sorgen.

Der Anlass wird umrahmt durch die Veteranenmusik Willisau.

 

 

Eintritt frei - Türkollekte



Allen unseren Gönnern und Sponsoren herzlichen Dank!


Luzerner Polizeichor

 

 

Johann Wespi im Garten des Klosters Wesemlin mit dem gepflanzten Bäumlein, dem Symbol für die Neuausrichtung des Polizeichors.

Der Luzerner Polizeichor hat beschlossen, auch Sängerinnen aufzunehmen – um die Existenz des Vereins zu sichern.

 

Roger Rüegger: LZ vom 20. August 2025

 

Nach 112 Jahren geht der «Polizeimännerchor Luzern» neue Wege. Gesucht werden Stimmen – was angesichts von 106 eingetragenen Luzerner Chören im Chorverzeichnis nicht einfach wird. Bei der letzten Probe vor dem Sommer am 30. Juni 2025 beschlossen die 24 aktiven Sänger daher einstimmig, dass der Verein neu auch Frauen aufnimmt. Gleichzeitig wurde der Name auf Polizeichor Luzern angepasst.

Den Anstoss dafür gab Johann «Hans» Wespi, der rund zwölf Jahre im Chor Mitglied ist und ihm seit drei Jahren als Präsident vorsteht. Der 79-jährige Sänger hat sich damals auf die Fahne geschrieben, «den Verein nicht nur zu verwalten, sondern diesen zu führen und ihn in eine stabile Zukunft zu lenken». Der Hintergrund für die Neuausrichtung und zur Aufnahme von Frauen liegt auf der Hand. «Es ist eine Zeiterscheinung, dass die Mitglieder des Vereins immer älter werden und neue Sänger zu gewinnen fast aussichtslos ist», schildert Wespi die Situation.

 

Polizeichor nicht nur für Polizeiangehörige

Deshalb seien Frauen und Männer der Luzerner Polizei und zudem auch jene der kantonalen und kommunalen Verwaltungsbetriebe eingeladen, den gemischten Gesangsverein Polizeichor Luzern zu verstärken und damit zum Fortbestehen des Chors beizutragen. Der Polizeichor war bereits jetzt offen für Verwaltungsangestellte.

Dem in Hohenrain aufgewachsenen Hans Wespi, der nur gerade vier Jahre bei der Polizei tätig war, aber seit seiner Kindheit mit Freude singt, liegt der Polizeichor sehr am Herzen. Das braucht er nicht mit Worten zu erörtern. Das Feuer ist in seinen Handlungen und Ideen spürbar. So griff er selber zur Schaufel, als anlässlich der Neuausrichtung des Chors symbolisch ein Baum im Klostergarten des Kapuzinerklosters Wesemlin in Luzern gepflanzt wurde.

 

«Es gibt kaum etwas Beruhigenderes als Singen»

Neben den Melodien ist ihm der Inhalt der Lieder sehr wichtig. «Es geht ja nicht nur um den vierstimmigen Gesang», sagt er und liest von einem Notenblatt Zeilen des Lieds «Aabigglogge» vor: «D’Wält isch müed vom viele Stryte, müed vo all däm bitt’re Leid». Die Abendglocken hört Wespi, der mit seiner Frau in einem Mehrfamilienhaus innerhalb der Klostermauern wohnt, jeden Abend um 18.15 Uhr, was er als sehr beruhigend beschreibt. Generell empfindet er das Singen als ein hervorragendes Mittel, um sich nach einem anspruchsvollen Tag zu erholen. «Nach einer Probe mit dem Chor bin ich entspannt, es gibt kaum etwas Beruhigenderes.» Der Mann zieht beim Werben für Neumitglieder alle Register. Als ehemaliger Tourismusdirektor – unter anderem in Andermatt, Grächen oder auf der Bettmeralp – bewegt er sich im Bereich Marketing auf sicheren Pfaden. Aktiv war er auch neben dem Beruf immer. An sämtlichen Orten, wo er beruflich tätig war, engagierte er sich in einem Verein als Sänger. Mit Ausnahme von seiner Zeit bei der Schweizergarde von 1968 bis 1971. Da musste er sein Hobby vernachlässigen, dafür war er als Tambour in der Garde im Einsatz.

Neben dem Singen ist Golfen auch ein Hobby von Hans Wespi, und er liebt es, Menüs zuzubereiten und Gäste zu bekochen. Demnächst wird eine Auswahl von Personen von ihm mit einem Mehrgang-Menü verwöhnt. «Sie müssen nichts weiter tun, als Mitglieder im Polizeichor Luzern zu werden. Die ersten drei Leute, die wir im Chor begrüssen dürfen, lade ich bei meiner Frau und mir zu Hause ein», verrät er.

Die erste Probe nach den Sommerferien ist am 18. August im Hauptgebäude der Luzerner Polizei in Luzern. «Kommandant Adi Achermann überlässt uns das Probelokal kostenlos. Wir sind sehr dankbar für diese Wertschätzung und das Entgegenkommen», sagt Wespi und weist auf das schmale Budget des Vereins hin. Mit den Mitgliederbeiträgen könne sich der Chor den musikalischen Leiter Manfred Zimmermann leisten. «Er ist als Dirigent für unseren Chor ein absoluter Glücksfall», unterstreicht Wespi.

Zimmermann ist auch Präsident des Verbands Chöre Innerschweiz und musikalischer Leiter des Männerchors Hellbühl. Er kennt die Situation im Chorwesen der Zentralschweiz genau: «Die Tendenz der Männerchöre ist schweizweit ähnlich wie beim Polizeichor Luzern. Daher fusionieren manche untereinander oder schliessen sich mit Frauenchören zusammen.» Als Beispiel nennt er den Männerchor Harmonie Uri, der seit der Generalversammlung vom November 2022 auch Frauen aufnimmt und seither Harmoniechor Uri heisst. Der dem Verein angeschlossene ad hoc Frauenchor Harmonie ergänzte den Chor, sodass auf einen Schlag zwanzig zusätzliche Stimmen hinzukamen – heute sind es rund fünfzig Sängerinnen und Sänger. Gemischte Chöre und reine Frauenchöre haben laut Zimmermann weniger Personalsorgen als reine Männerchöre.

 

Stimmen aus Zug und der Basellandschaft

Neben Frauen dürfen übrigens auch Mitglieder aus anderen Kantonen beim Polizeichor Luzern singen. Derzeit sind Stimmen aus den Kantonen Baselland und Zug dabei. Der Chor ist regelmässig mit Proben und Auftritten engagiert. Der nächste grosse Auftritt ist das Chorfestival in der Festhalle Willisau am 13. September, bei dem sieben Chöre aus dem Kanton Luzern ein abwechslungsreiches Programm präsentieren werden. Als weiteren Höhepunkt nennt er den Korpsrapport in Sempach am 21. November, wo der Chor vor 400 bis 500 Polizistinnen und Polizisten auftreten darf.

Hans Wespi würde besagte und künftige Anlässe, es sind deren etwa acht pro Jahr, gerne mit einem verjüngten Chor, der idealerweise aus rund dreissig Frauen und Männern besteht, bestreiten. Es dürften aber auch gerne mehr sein, gibt er zu verstehen: «Im Probelokal haben gegen fünfzig Leute Platz.»

 

Chorfestival 2023  

Fotos von Peter Helfenstein, Hergiswil